Oft vernachlässigt: Was zwischen den Zeilen wirkt ...

Quelle: BirgitH  / pixelio.de
Quelle: BirgitH / pixelio.de



oder: Warum manchmal der beste Werbetext nicht funktioniert …

Bin ich der richtige Texter für Sie? Darauf antworte ich an dieser Stelle mit einem eindeutigen: „Ich weiß es noch nicht.“. Denn stellen Sie sich einmal folgendes vor...

Er ist perfekt gelungen - Ihr Text spricht die Bedürfnisse der Zielgruppe einfühlsam an, stellt Ihr Nutzen-Versprechen verlockend und unmissverständlich dar, fordert die gewünschte Reaktion einladend und klar ein. Botschaft und Empfänger harmonieren bestens miteinander. Kurz: Sie holen Ihre Leser in einer unwiderstehlich bequemen Sänfte ab.

Und trotzdem: die Resonanz bleibt unter allen Erwartungen, Ratlosigkeit macht sich breit …

In diesen Fällen ist es gut möglich, dass der Grund in der Atmosphäre und den Schwingungen zwischen den Zeilen liegt. Denn wenn alles andere stimmt und stimmig ist, liegt meist ein Botschaft-Sender-Problem vor…

„Schwingungen“ zwischen den Zeilen? Klingt metaphysisch, kennt aber jeder, der schon mal ein Buch eines nicht-deutschsprachigen Autors im Original UND in seiner deutschen Übersetzung gelesen hat: Selbst wenn der Übersetzer einen perfekten Job gemacht hat, können Welten zwischen den beiden Sprachversionen liegen. Hat uns das Original noch mitgerissen und bewegt, empfinden wir die Übersetzung als trocken und emotionslos…

Das, was uns berührt, hat also nicht ausschließlich mit Inhalten zu tun. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Chemie zwischen Auftraggeber und Texter stimmt. Denn ohne Draht zueinander kann der Texter keine Empathie entwickeln, um die Intention und den „Spirit“ seines Klienten zu erfassen und in seine Texte - zwischen den Zeilen - einfließen zu lassen. Und genau dann entsteht ein Konflikt zwischen Inhalt und Form, zwischen Botschaft und Ton, gehen Glaubwürdigkeit, Authentizität und Emotion verloren.

 

Der Raum zwischen den Zeilen ist vergleichbar mit den Gravitationskräften, die Elektronen in ihrer Umlaufbahn um den Atomkern halten. Ohne diese Anziehung gäbe es keine Substanz.

 

Von der anderen Seite aus betrachtet, bedeutet das für jeden Auftraggeber: verlassen Sie sich nicht allein auf Ruf und Referenzen, prüfen Sie auch, ob Sie mit dem Texter Ihrer Wahl „können“. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl und achten Sie auf das, was Sie zwischen seinen Zeilen hören …

 

PS: Was ich zwischen meinen Zeilen zu sagen habe, erfahren Sie -> hier.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Stefan Weindl (Samstag, 30 Juni 2012 08:05)

    Gerade ein dazu passendes Zitat von Nietzsche gefunden: "Das Verständlichste an der Sprache ist nicht das Wort selber, sondern Ton, Stärke, Modulation, Tempo, mit denen eine Reihe von Wörtern gesprochen werden. Kurz: die Musik hinter den Wörtern, die Leidenschaft hinter dieser Musik, die Person hinter dieser Leidenschaft. All das also, was nicht geschrieben werden kann."