Di
31
Aug
2010
Der belohnte Mensch (Teil 1)
Ob wir ein Produkt kaufen oder ob wir uns etwa im Beruf einer ungewohnten Aufgabe motiviert zuwenden, hängt davon ab, wie weit wir uns durch das Neue (emotional) belohnt fühlen. Doch wie stellt man einem potenziellen Kunden oder einem Mitarbeiter eine ansprechende Belohnung in Aussicht?
In den Sozialwissenschaften gehen die üblichen Theorien noch immer vom homo oeconomicus aus: der Mensch ist ein rationales Wesen - er reagiert auf überzeugende Argumente mit Einsicht und wägt vor Entscheidungen die jeweiligen Vor- und Nachteile seiner Alternativen sorgfältig ab. Doch selbst die hartnäckigsten Verfechter dieses Menschenbildes räumen inzwischen ein, dass es Einschränkungen in unserem vernunftbetonten Verhalten gibt. Dazu gehören zum Beispiel:
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Der Besitztumseffekt: Wir schätzen das, was wir bereits besitzen, in seinem Wert höher ein als das, was wir durch verändertes Handeln erreichen könnten – auch wenn der ökonomische Wert beider Güter objektiv gleich ist. Neues muss demnach einen spürbaren Mehrwert bieten.
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Zudem betrachten wir in der Regel nur wenige Alternativen - meistens bloß zwei -, um eine „vernünftige“ Entscheidung zu treffen. Wenn wir zu einer halbwegs befriedigenden Lösung kommen, hören wir mit unserem Abwägen auch schon auf – selbst wenn die gute Chance besteht, eine noch wesentlich bessere Lösung zu finden.
Sozialwissenschaftler erklären das damit, dass menschliches Handeln auf einer kühlen Kosten-Nutzen-Rechnung basiert: sind Informationen nur begrenzt vorhanden und/oder erfordert deren
Verarbeitung zu viel Zeit und Aufwand, reagieren wir auch schon mal spontan. Die Gehirnforschung geht über diesen Standpunkt hinaus: … Fortsetzung folgt hier …
